Engagement von Duisport in Herne

Ein Gespräch der Grünen Fraktion mit Duisport hat erstaunliche Informationen zu Tage befördert.

Im Verlauf der Krise der städtischen Tochter WHE ist auch immer wieder die Frage nach einer Einbindung von starken Partnern aus dem Hafen- und Eisenbahngeschäft gefragt worden. Stets wurde ein Interesse anderer Gesellschaften, darunter auch explizit Duisport, an der WHE geleugnet. Vor diesem Hintergrund ist zur Stabilisierung der Gesellschaft schließlich der Verkauf der WHE an die Stadtwerke Herne erfolgt.
Im Juli haben wir dann erfahren, dass Duisport seit längerem Interesse an der WHE hat und dass es erste Kontakte zur Stadt und zur WHE gegeben habe, die alle negativ verlaufen seien.
Auf direkte Nachfrage bei den STWH und der WHE wurden Gespräche eingeräumt, die aber zu unverbindlich gewesen seien, um sie weiter zu vertiefen.
Die Grüne Fraktion hat daraufhin Kontakt zu Duisport aufgenommen, um sich direkt zu informieren; dieses Gespräch hat am 9.9.13 in Duisburg stattgefunden und erstaunliches ergeben.

  1. Das Interesse von Duisport ist nicht auf die WHE beschränkt. Die Gesellschaft bemüht sich im Zuge der Geschäftsausweitung im Ruhrgebiet um größere schienen- und wassertechnisch erschlossene Gewerbe- und Industrieflächen. Von Interesse ist hier die Fläche Blumenthal in Wanne, die teils der RAG teils E-ON gehört. Mit beiden Firmen gibt es bereits Übereinkünfte hinsichtlich der Flächenübernahme. Als Problem und Hemmschuh wird allerdings die Stadt genannt, die sich bislang wenig interessiert und kooperativ gezeigt habe.
    Duisport hat weiterhin Interesse am Standort Herne (Blumenthal), hat sich selbst aber auch ein Zeitlimit gesetzt.
  2. Über den Standort Blumenthal hinaus hat Duisport ein Interesse an der WHE, um das Schienennetz und den Hafen mitnutzen zu können. Über die Form der Beteiligung an der WHE gibt es keine Festlegung. Duisport ist eine Vielzahl von Beteiligungsformen mit anderen Gesellschaften eingegangen. Der Dortmunder Hafen ist z.B. nur über einen Managementvertrag an Duisport gebunden.

Wertung der Grünen:

  • Die Grüne Fraktion spricht sich für unverzügliche Gespräche mit Duisport aus. Aus unserer Sicht muss die Chance zur schnellen Wiedernutzung der Fläche Blumenthal ergriffen werden. Im Gegensatz zu der üblicherweise stark im Vordergrund stehenden LKW-Logistik könnte sich mit dem Partner Duisport eine umweltfreundliche Logistik mit dem Schwerpunkt Schiene ausbilden.
  • Gerade hat die Landesregierung die weitere Unterstützung für das Projekt „New Park“ (Rieselfelder in Datteln und Waltrop) gestoppt. Statt neue Freifläche zu Industrie- und Gewerbegebieten auszuweisen, sollen besser alte Industrie- und Gewerbebrachen neu genutzt werden. Das Gelände Blumenthal und der angrenzende Güterbahnhof Wanne sind solche Flächen, die vorrangig für neue Ansiedlungen herangezogen werden sollten. Wir erwarten daher von der Stadt eine konstruktive Haltung und Prüfung der Pläne von Duisport.
  • Dass die Stadt bislang nicht die Chance ergriffen hat, mit Duisport ins Gespräch zu kommen ist nicht nur ein Affront gegenüber einem regional ansässigen Unternehmen, sondern verbaut auch die Möglichkeit einer schnellen Nutzung der Fläche. Immerhin sind die Eigentümer RAG und E-ON offenbar bereits Bindungen eingegangen, die zumindest zeitweise einen Zugriff auf die Fläche verhindern.
  • Durch ein Engagement von Duisport in Herne kann vermutlich auch die Situation der WHE gestärkt werden. Nach mehreren Jahren der Krise und ständigen Rückschlägen sehen wir das Potential der Gesellschaft eher als gering an. Im Interesse der Beschäftigten und der Stadt Herne muss ein starker Partner gefunden werden. Hinsichtlich der Beteiligungsform sind wir für alle Möglichkeiten offen.
  • Weiter aufzuklären ist, warum das Interesse von Duisport so lange verschwiegen und Gespräche abgebrochen worden sind. Sowohl von der Stadt, als auch von den STWH, aber auch der Wirtschaftsförderung hätten wir mehr als reine Verschleierung und Desinteresse erwartet.

Neuste Artikel

GRÜNE JUGEND: „Dudda muss Schulen endlich den Rücken freihalten!“

Schulen öffnen – aber unter welchen Umständen?

Blumenthal zum grünen Herz Hernes entwickeln!

Ähnliche Artikel