„Die BI zum Hallenbad Eickel hat große Aufmerksamkeit für das Schwimmenlernen in Herne erzeugt“ – Ein Kommentar

Die Rückabwicklung des Verkaufs an die Stadtentwicklungsgesellschaft SEG, der bislang noch nicht vollzogen wurde, ist nicht losgelöst zu betrachten von der Absicht der Bürger*inneninitiative (BI), dort ein Hallenbad zu errichten. Weil diese Absicht eine Vorfestlegung ohne Prüfung der Alternativen darstellt und uns bis heute noch keine Erkenntnisse vorliegen, dass dadurch der größte Gewinn für das Schwimmenlernen in Herne verzeichnet werden kann, werden wir beim jetzigen Informationsstand nicht zustimmen können. Wir sind allerdings im ständigen Austausch mit der BI, wir befürworten den Ausbau der Wasserflächen in Wanne-Eickel mit dem Ziel des Schwimmenlernens (aktuell vorrangig entweder am Wananas oder an der Hans-Tilkowski-Schule) und wir sprechen uns auch dafür aus, am Standort des Hallenbades eine soziale Begegnungsstätte zu errichten. Das Hallenbad Eickel ist ein besonderer Ort und dieser besonderen Verbundenheit der Wanne-Eickeler mit dem Hallenbad muss die Stadt Herne unserer Ansicht nach Rechnung tragen.

FABIAN MAY, Landtagskandidat für Herne – © Anna-Lisa Konrad

Die BI um Frau Adami, Herrn Schröder und Herrn Köhne hat ganz bemerkenswerte Arbeit geleistet, trotz der vielen Steine, die im Weg der BI lagen. Es ist eine starke Leistung, die unterschiedlichen Interessenlagen in der BI zu zähmen. Die Stadt Herne und die Rats-GroKo waren mit Sicherheit keine Hilfe. Ich bin dankbar, dass die BI große Aufmerksamkeit für das Schwimmenlernen in Herne erzeugt und erhoffe mir, dass durch den größeren öffentlichen Druck nicht nur sichergestellt werden kann, dass alle Herner Kinder Schwimmen lernen können, sondern auch, dass die Rückstände durch die Pandemie aufgeholt werden können. Ganz persönlich wünsche ich der BI, dass sie einen Bürger*innenentscheid am Tag der Landtagswahl durchführen kann und dann die Herner*innen entscheiden können – unsere Fraktion ist sich einig, dass ein solches Votum trotz unserer Vorbehalte ein klarer Auftrag für die Politik wäre, den es dann umzusetzen gälte.

Wir sind der Auffassung, dass die (Wieder-)Errichtung eines Hallenbades auf diesem Gelände sehr teuer ist und durch einen Anbau an anderen (bereits existierenden) Flächen mehr Wasserfläche generierbar ist. Und das bei bei geringeren Wartungs- und Personalkosten auf lange Sicht. Unserer Ansicht nach ist das Gebäude nicht in Richtung eines vollwertigen und modernen Bades sanierbar, da es nicht mehr den modernen Ansprüchen an Brandschutz, Barrierefreiheit und Betriebssicherheit entspricht.
Andererseits lässt sich das Gebäude dennoch nutzen für z.B. Quartiersarbeit, Kultur oder als soziale Begegnungsstätte, in anderen Kommunen wurden alte Schwimmbäder zu Ausstellungsflächen, Tanzflächen oder Restaurants. Die hohe Ansprüche eines Schwimmbads wird das Gebäude meiner Ansicht nach aber ohne einen Abriss und Komplettneubau nicht erfüllen können – aber auch das ist nicht im Sinne der BI, denke ich.

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