Manifesta 16 Ruhr: Grüne Fraktion fordert Transparenz und frühzeitige Beteiligung der politischen Gremien

Die GRÜNE Fraktion Herne verlangt im Kultur- und Bildungsausschuss Transparenz zur Beteiligung an der Manifesta 16 Ruhr. Öffentliche Ankündigungen zu Wanne-Mitte und der Christuskirche erfolgten ohne vorherige Information von Ausschuss oder Rat, entgegen früherer Aussagen zu musealen Standorten.

Die GRÜNE Fraktion im Rat der Stadt Herne hat für den Kultur- und Bildungsausschuss eine Anfrage zur Beteiligung der Stadt Herne an der Manifesta 16 Ruhr eingebracht. Hintergrund sind öffentlich kommunizierte Entscheidungen zu Programm und Standorten, über die die politischen Gremien bislang nicht informiert wurden.

In der Beantwortung einer Anfrage der Grünen Fraktion aus dem Jahr 2022 hatte die Verwaltung ausgeführt, dass eine Beteiligung Hernes an der Manifesta 16 Ruhr insbesondere über museale Standorte wie das Emschertal-Museum mit Städtischer Galerie sowie die Flottmann-Hallen angestrebt werde. Zudem wurde das Gesamtprojekt seinerzeit als in einem frühen Stadium befindlich beschrieben.

„Wir haben uns sehr über die mögliche Beteiligung Hernes in diesem international bedeutsamen Projekt gefreut und waren sehr gespannt den Prozess kreativ politisch begleiten zu dürfen.”, so der sachkundige Bürger Peter Liedtke.

Inzwischen ist öffentlich bekannt, dass Herne, konkret der Stadtteil Wanne-Mitte, Austragungsort von Programmpunkten der Manifesta 16 Ruhr sein wird. Der Oberbürgermeister hat für den Zeitraum vom 18. bis 20. September 2026 ein Programm mit Illuminationen und Wandmalerei im Stadtraum angekündigt. Darüber hinaus wurde öffentlich kommuniziert, dass die Christuskirche in Wanne-Mitte als Standort für ein Projekt des Vereins Pottporus e. V. vorgesehen ist.

Diese Informationen wurden veröffentlicht, ohne dass der Kultur- und Bildungsausschuss oder der Rat der Stadt Herne zuvor über eine Abkehr von den ursprünglich genannten musealen Standorten oder über die konkrete Standortentscheidung Christuskirche informiert worden wären.

„Wir sind sehr enttäuscht, dass wir im Kulturausschuss drei Jahre trotz anderslautender Zusagen nichts über den laufenden Prozess erfahren haben. Diese Intransparenz entspricht nicht dem demokratischen Selbstverständnis unserer Stadtgesellschaft.”, sagt Liedtke.

Vor diesem Hintergrund fordert die Grüne Fraktion Aufklärung über den Entscheidungsprozess. Grundsätzlich begrüßt sie die Beteiligung Hernes an der Manifesta 16 Ruhr und die kulturelle Belebung von Wanne-Mitte. Zugleich hält sie es für zwingend erforderlich, dass politische Gremien frühzeitig und transparent in konzeptionelle Standortüberlegungen in der Stadtverwaltung einbezogen werden, damit Standortentscheidungen von den bürgerschaftlichen Gremien angemessen begleitet und getroffen werden können.