Keine Mehrheit für eine fachliche Prüfung und keine überzeugenden Gegenargumente: SPD und CDU lehnen den Vorstoß zur verträglicheren Gestaltung der Silvesternacht ab, während auch die Verwaltung keine Gründe vorgelegt hat, die dagegen sprechen. Die GRÜNE Fraktion sieht darin eine verpasste Chance und kündigt an, das Thema weiter voranzubringen.

Die GRÜNE Fraktion im Rat der Stadt Herne zeigt sich enttäuscht über die Ablehnung ihres Antrags zur Prüfung einer verträglicheren Gestaltung der Silvesternacht durch die Mehrheit von SPD und CDU.
Mit dem Antrag sollte die Verwaltung beauftragt werden, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Belastungen für Menschen, Tiere und Umwelt reduziert und gleichzeitig neue gemeinschaftliche Angebote zum Jahreswechsel entwickelt werden können.
„Wir haben mit unserem Antrag bewusst noch nicht den Erlass eines konkreten Maßnahmenkatalogs gefordert, sondern erstmal eine umfassende fachliche Prüfung verschiedener gesetzlicher Optionen. Dass selbst dieser Schritt keine Mehrheit gefunden hat, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar“, erklärt der Co-Fraktionsvorsitzende Justus Lichau.
Die Grünen sehen in der Entscheidung eine verpasste Chance, sich frühzeitig mit den Herausforderungen rund um die Silvesternacht auseinanderzusetzen.
„Jahr für Jahr erleben wir hohe Einsatzbelastungen bei Feuerwehr und Rettungsdiensten, erhebliche Umweltbelastungen und Stress für Tiere. Diese Realität einfach auszublenden, hilft niemandem weiter“, so Lichau.
Besonders kritisch bewerten die Grünen, dass damit auch die Prüfung moderner und gemeinschaftlicher Alternativen wie organisierter Veranstaltungen zum Jahreswechsel abgelehnt wurde.
„Viele Städte gehen diesen Weg bereits und machen gute Erfahrungen damit. Wir wollten für Herne zumindest prüfen lassen, welche Optionen es gibt. Diese Offenheit hätte der Stadt gutgetan“, sagt Lichau.
Die GRÜNE Fraktion kündigt an, das Thema weiter zu verfolgen und sich auch künftig für eine verantwortungsvolle und zeitgemäße Gestaltung der Silvesternacht einzusetzen. Im Fokus soll dabei vor allem die Einführung einer Grünanlagensatzung für die Stadt Herne stehen.
