Grüne Fraktion kritisiert Baumfäll-Beschluss in Herne-Mitte als voreilig und rechtlich fragwürdig

Die Grüne Bezirksfraktion Mitte hält den Beschluss zu Baumfällungen an der Funkenbergstraße und am Bahnhofsplatz für voreilig und rechtlich fragwürdig. Aus ihrer Sicht wurden zwölf geschützte Laubbäume zur Fällung freigegeben, obwohl die konkrete Straßenplanung noch nicht abgeschlossen ist. Die Bezirksfraktion fordert daher eine rechtliche Überprüfung des Beschlusses und eine transparente Klärung, welche Eingriffe tatsächlich notwendig sind.

Die Grüne Fraktion im Bezirk Mitte hat Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda aufgefordert, den Beschluss der Bezirksvertretung zu geplanten Baumfällungen an der Funkenbergstraße und am Bahnhofsplatz rechtlich überprüfen zu lassen. Die Bezirksvertretung hatte Ende Januar mehrheitlich beschlossen, die Entfernung von zwölf geschützten Laubbäumen zu genehmigen.

Aus Sicht der Grünen erfolgt dieser Eingriff zu früh. Die konkrete Straßen- und Ausbauplanung für die Erschließung des Funkenbergquartiers ist noch nicht abgeschlossen. Damit sei derzeit noch nicht verbindlich geklärt, ob und welche Bäume tatsächlich gefällt werden müssen.

„Hier werden Fakten geschaffen, bevor überhaupt klar ist, wie die Straße am Ende gebaut werden soll. Das ist eine Vorratsfällung auf Kosten alter Bäume“, erklärt Bezirksverordneter Rolf Ahrens.

Die Verwaltung begründet die Eile vor allem mit dem Beginn der Brutzeit ab dem 1. März. Gleichzeitig wird in der Vorlage selbst eingeräumt, dass das Vergabeverfahren noch läuft und die endgültigen Planungen, insbesondere die künftigen Straßenquerschnitte, noch nicht feststehen.

Straßenquerschnitte legen fest, wie der Straßenraum künftig aufgeteilt wird, etwa auf Fahrbahn, Radwege, Gehwege oder Grünstreifen. Genau davon hängt ab, ob Bäume erhalten werden können oder nicht.

Besonders gravierend ist aus Sicht der Grünen, dass große, gewachsene Stadtbäume betroffen sind. An der Funkenbergstraße sollen unter anderem Platanen mit einem Stammumfang von bis zu 190 Zentimetern gefällt werden. Solche Bäume prägen das Stadtbild seit Jahrzehnten und leisten einen wichtigen Beitrag für Klima und Aufenthaltsqualität.

Die Grüne Fraktion weist darauf hin, dass Baumfällungen auch während der Brutzeit möglich sind, wenn fachlich nachgewiesen wird, dass keine Nistplätze betroffen sind. Statt vorschneller Beschlüsse auf Vorrat müsse die Verwaltung nach Abschluss der Planung transparent darlegen, welche Eingriffe wirklich unvermeidbar sind.

„Stadtentwicklung ja, aber nicht nach dem Prinzip „Erst sägen, dann planen“ “, so die Bezirksverordnete Susanne Teichmann-Wittek.

Zudem regen die Grünen an, den Naturschutzbeirat stärker einzubeziehen. Bei einer erheblichen Zahl von Baumfällungen und angekündigten Ersatzpflanzungen sei eine fachliche Begleitung sinnvoll.

Die Grüne Fraktion kündigt an, die weitere Verkehrsplanung für Herne Mitte konstruktiv zu begleiten, erwartet aber transparente und rechtssichere Verfahren, bevor irreversible Eingriffe beschlossen werden.