Gutachten

Sanierung Revierpark Gysenberg, hier: Freibadbereich

Mit dem Gutachten des Beratungsunternehmens Altenburg sind erste Vorschläge für eine Neuausrichtung und gleichzeitig eine Abschätzung der Investitionen vorgelegt worden. Die Gutachter veranschlagen die notwendigen Investitionsmittel mit 5,3 – 8,1 Mio €. Insbesondere der Freibadbereich erfordert weitere hohe Investitionen, wenn das Bad weiter betrieben werden soll; die gesamte Anlage incl. der Technik ist an der Grenze der Lebensdauer angekommen.

Die Grüne Fraktion wird das Gutachten unter Berücksichtigung der Konkurrenzsituation in der Region in den nächsten Wochen auswerten. Insgesamt sind die aufgeworfenen Fragen zur Zukunft des Revierparkes und hier insbesondere des Badbereiches so vielfältig, das eine sehr genaue Diskussion und Auswertung des Gutachtens erforderlich ist.

Angesichts der Dringlichkeit des Themas hat die Grüne Fraktion bereits einige grundsätzliche Positionen zur Bedeutung des Revierparkes abgeklärt und bringt einen ersten kostengünstigen und zugleich innovativen Sanierungsvorschlag für den Badbereich in die Diskussion ein.

Grundsätzliches zur Bedeutung des Revierparkes

Der Revierpark Gysenberg ist eine der großen Attraktionen der Stadt Herne. Der Park wird von den Bürgern der Stadt und auch der Umlandgemeinden stark angenommen. Insbesondere für den Badbereich gibt es Auswertungen des RVR, die deutlich aufzeigen, dass das LAGO bis an die Grenzen des RVR-Gebietes ausstrahlt.

Vor diesem Hintergrund sind für die Grüne Fraktion bei den notwendigen Sanierungen von Einrichtungen im Revierpark und bei der Gestaltung des Parkes die folgenden Punkte wichtig:

  1. Der Park ist als überregional bekannte Einrichtung und Markenzeichen der Stadt Herne zu erhalten. Wir erwarten insbesondere vom RVR, dass er seinem eigenen Anspruch der Schwerpunktsetzung im Freizeitbereich Rechnung trägt und sein selbst gestecktes Ziel auch mit einer entsprechenden finanziellen Beteiligung an der Neuausrichtung des Revierparkes Gysenberg verfolgen wird.
  2. Angesichts der hohen Investitionskosten ist von den Trägern der Einrichtung (Stadt Herne und RVR) auch eine Schwerpunktbildung bei Einrichtungen im Park und auch das Prüfen unkonventioneller Lösungen zu verlangen. Es darf kein reines Sparprogramm geben, dass letztendlich den Revierpark seiner überregionalen Bedeutung beraubt und damit als Markenzeichen von Herne beschädigt.
  3. Ein weiteres Zuwarten bei den notwendigen Investitionen ist aus Sicht der Grünen Fraktion nicht sinnvoll, wenn der Revierpark auch weiterhin als attraktive Einrichtung erhalten bleiben soll. Hier ist auch zu beachten, dass die verschobene konzeptionelle Neuausrichtung des Parkes und damit auch der Investitionen zu unnötig hohen Betriebskosten und Einnahmeausfällen im Badbereich führen, was wiederum die Investitionskraft der Gesellschaft Revierpark GmbH und der Gesellschafter auf Dauer nachhaltig schwächt. Wir sprechen uns hier erneut für eine zügige Umsetzung eines jetzt zu entwickelnden Konzeptes für den Park aus.

Umbau des Freibades zu einem Naturbad

Für den Badbereich, der bekanntlich bereits kurzfristig einen hohen Investitionsbedarf im Freibadbereich erfordert, schlagen die Grünen den Umbau zu einem Naturbad vor. Der attraktive Wellnessbereich erfordert in jedem Fall einen ansprechenden Außenbereich mit einem Schwimmbecken. Ein Naturbad ist hier eine preiswerte Lösung, die gleichzeitig den Charakter des Bades mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Freizeit unterstreichen und sich sich letztendes auch in den Revierpark und seiner landschaftlichen Umgebung einpassen würde.

Naturbäder erfreuen sich in den letzten Jahren einer steigenden Beliebtheit, da sie deutlich kostengünstiger betreiben werden können. In unserer Nachbarschaft haben die Städte Mühlheim und Mettmann diese Ausgestaltung ihrer Freibäder gewählt und sind hoch zufrieden mit den Ergebnissen.

Naturbäder unterliegen den gleichen hygienischen Anforderungen bei der Wasserqualität wie ein normales Bad. Die Reinigung erfolgt aber nicht durch gewöhnliche Filter und Chlorung, sondern durch Pflanzenteiche; diese erfordern natürlich ein gewisses Außengelände. Die Teiche selbst können Bestandteil des Bades sein, z.B. als Ruhezone oder einfach als Gestaltungselement des Badgeländes. Ein positiver Nebeneffekt ist die bessere Verträglichkeit des Badewassers durch die Schwimmgäste. Viele Menschen reagieren empfindlich auf Chlorwasser, weshalb sie ein normales Bad nur eingeschränkt oder auch gar nicht benutzen können.

Die geringeren Kosten eines Naturbades ergeben sich aus den vermiedenen Investitionskosten für die Filter- und Chlorungsanlage (kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen werden vermindert) sowie den vermiedenen Betriebsmitteln, wie etwa das Chlor.

Weiterhin bewirken die Reinigungsteiche eine Vorwärmung des Wassers, was auch Energiekosten spart. Investitionen für Becken und Nebenanlagen sind natürlich nicht beeinflussbar. In einigen Fällen können auch Personalkosten gespart werden, da die stark reduzierte Technik (nur Hydraulikpumpen für die Wasserumwälzung erforderlich) auch die Anforderungen an das technische Personal mindert. Wir erwarten im Falle des LAGOs hier keine Einsparungen, da andere Badbereiche weiter erhebliches technisches Personal erfordern.

Erfahrungen aus bestehenden Naturbäder, z.B. Meisenheim und Mettmann, zeigen, dass die Kosten incl kalkulatorischer Kosten nur halb so hoch wie bei einer konventionellen Lösung liegen.

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