FAHRRADKLIMATEST 2020 ZEIGT STILLSTAND AUF

Herne schafft nun beim Fahrradklimatest nun seit Jahren immer nur knapp „ausreichend“, aber darf man sich so „fahrradfreundlich“ nennen? Ausbau der Radinfrastruktur kann nicht schritthalten mit den Zuwächsen im Radverkehr.

Der Fahrradklimatest 2020 hat zu keinen neuen und überraschenden Ergebnissen geführt. In praktisch allen Städten führt das Fahrrad als Verkehrsmittel immer noch ein Schattendasein. Radfahren soll gesund sein, so wird immer gepriesen – vor allen Dingen ist das Alltagsradeln in den Städten unangenehm, unbequem und gefährlich. Herne bewegt sich hier seit Jahren im Mainstream der Städte. Mal geht es einen Platz nach oben, mal nach unten, aber immer mit (Schul-)Noten von knapp ausreichend. 14 Jahre Mitgliedschaft in der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte“ (AGFS) haben daran nichts geändert.

Es ist durchaus richtig, dass in diesen Jahren viele Radwege angelegt wurden, aber: Es gibt weiterhin nicht mal in Ansätzen ein zusammenhängendes Radnetz – von Qualitäten der Infrastruktur wollen wir gar nicht erst sprechen. Dafür gibt es viel Stückwerk und Verfall von Infrastruktur, z.B. die Radstation am Wanner Hbf. Die Bundespolitik mit ihrem hin und her z.B. bei der Novellierung der Straßenverkehrsordnung (STVO) war und ist hier auch wenig hilfreich gewesen.

Fraktionsgeschäftsführer ROLF AHRENS

Fraktionsgeschäftsführer ROLF AHRENS: „Im Kern kann man feststellen: Der Ausbau der Radinfrastruktur der vergangenen Jahre kann nicht schritthalten mit den moderaten Zuwächsen im Radverkehr. Insbesondere der zunehmende Pedelec-Radverkehr passt nicht zur Infrastruktur, die sich ja häufig an Extremlangsamfahrende wendet. Das Alltagsradeln ist weiterhin eine Domäne für Unerschrockene, Lebensüberdrüssige oder einfach nur Menschen ohne Auto.“

Im Test nicht berücksichtigt, aber durchaus auch positiv zu nennen: Im Freizeitbereich zeigt sich ein anderes Bild. Viele Radverbindungen – und hier insbesondere der Radwegebau auf Bahntrassen – sind von hoher Qualität und auch ein Freizeitradnetz ist durchaus in den Grundzügen zu erkennen.

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