ADFC-FAHRRADKLIMATEST 2022 HERNE STAGNIERT AUF NIEDRIGEM NIVEAU

Kürzlich hat der ADFC die Ergebnisse des Fahrradklimatest 2022 veröffentlicht. Die Ergebnisse sind sicher nicht überraschend, weder das Herner Ergebnis noch das Gesamtbild des Ruhrgebietes.

ROLF AHRENS, Fraktionsgeschäftsführer – © Hartmut Bühler

Zunächst muss positiv festgestellt werden, dass sich immer mehr Menschen am Fahrradklimatest beteiligen; im Jahr 2022 waren es rund eine viertel Million Menschen. Das zeigt, dass Radfahren keine Nische der Verkehrspolitik sein muss und sein sollte.

Im Ergebnis zeigt sich bundesweit seit gut 10 Jahren kein Fortschritt. Hier schwimmt Herne voll im Trend mit. Eine Gesamtnote von 4,3 ist im Vergleich mit anderen Städten der gleichen Größenordnung unterdurchschnittlich. Fortgesetzt hat sich auch der langjährige Abwärtstrend in der Bewertung. Seit 20 Jahren werten die Testteilnehmer die Stadt immer weiter ab. 2005 erreichte Herne noch eine Note von 3,82, 2008 waren es schon 4,16 und jetzt eben 4,3. Nur bei den Leihrädern schneidet Herne gut ab und kann sich im Landes- und Bundesvergleich sehen lassen. Ansonsten gibt es keine Verbesserungen.

Warum schneidet Herne immer schlechter im Votum der Radfahrenden ab? Der Fahrradklimatest gibt hier in seiner Detailliertheit einige deutliche Hinweise, lässt aber sicher auch Raum für weitergehende Interpretationen. Aus Sicht der Herner Grünen fehlt ein Grundnetz für den Radverkehr, das mit Radstraßen und separaten Trassen die zentralen Orte in der Stadt sicher und komfortabel erschließt. Der auch im Bundesvergleich hohe Autoverkehrsanteil am Gesamtverkehr führt offenkundig zu einem Unsicherheitsgefühl, wenn der Straßenraum gemeinsam genutzt werden muss. Hier hilft nur eine radikale Neuaufteilung des bestehenden Verkehrsraumes.

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